Südliches Småland mit Kindern: Eintauchen in die Natur

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Nachdem ich euch neulich von unserer schönen Zeit im nördlichen Småland erzählt habe, nutze ich heute diesen grauen Dezembertag und schreibe euch den versprochenen Teil 2 unseres Småland-Trips auf. Hach, das ist echt das Schöne am Bloggen, du kannst jederzeit raus aus dem Alltag und rein in die Reise-Erinnerungen.

Stand unser erster Aufenthalt in Småland rund um Eksjö noch ganz im Zeichen vom Bullerbü, roten Häusern und vielen netten Besichtigungen, so war die zweite Woche im südlichen Småland mehr ein komplettes Eintauchen in die Natur. Ich sehe unser gelbes Häuschen mitten im Nirgendwo noch ganz deutlich vor mir. Es lag in der Nähe des Örtchens Tingsryd umgeben von Wald und Wiesen an einem kleinen See.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man draußen im Wald irgendwie ganz ruhig wird, so ganz bei sich ist? Diesen Effekt hatten die Tage in Tingsryd auf uns. Sogar die hibbelige Kiddy 1, die wir sonst nie ins Bett bekommen, hat sich abends freiwillig verzogen und wie ein Murmeltier geschlafen.

Aber natürlich haben wir nicht nur auf die grünen Blätter um uns herum gestarrt, sondern auch einiges unternommen. Und zwar das hier:

 

Tour auf dem See Åsnen mit Ingrid

Mitten im neu ausgerufenen Naturschutzgebiet Åsnen und direkt am See liegt Getnö Gard, ein Campingresort für Naturliebhaber, Sportfischer und Familien mit Kindern. Hier durften wir Ingrid kennenlernen, die das Ressort 1995 von ihrem Vater übernommen hat und seitdem leitet. Nebenbei engagiert sie sich für den Erhalt der reichhaltigen Natur rund um Getnö Gard und versucht, ihren Gästen das Besondere und Schützenswerte dort nahe zu bringen.

Getnö Gard

Neben dem Naturschutz im eigenen Ressort war sie auch daran beteiligt, das Naturschutzgebiet Åsnen auf die Beine zu stellen. Und nebenbei fotografiert sie in wunderbaren Aufnahmen ihre Umgebung. Mich hat Ingrid beeindruckt. Sie sagt Sätze wie „die Natur ist ein Pflaster für die Seele der Menschen“.

Bei unserem Besuch hat uns Ingrid in ihrem Motorboot auf Fischadler-Safari mitgenommen. Getnö hat ein vielfältiges Vogel- und Tierleben, die Big Five heißen hier Fischadler, Elch, Seeadler, Prachttaucher und Kranich. Und wir haben tatsächlich Fischadler gesehen.

Getnö Gard

Asnen Getnö Gard

Asnen Getnö Gard

Ich fand allein die Fahrt über diesen schönen See mit all seinen Buchten und Schären schon wunderbar. Die Kids dagegen gerieten völlig aus dem Häuschen, als Ingrid sie ans Steuer ließ. Ich glaube, vor allem unser Kiddo 2 ist fast geplatzt vor Stolz, als er mit durchgedrücktem Gaspedal rasante Kurven fahren durfte.

Asnen Getnö Gard

In Getnö Gard sollen Familien Zeit haben, die Natur zusammen zu erleben. Übrigens sommers wie winters. Dafür stehen mehrere komplett ausgestattete Häuser zur Verfügung oder man stellt sein eigenes Zelt/den eigenen Camper auf. Ganzjährig werden immer wieder besondere Aktivitäten angeboten, vor allem die Naturschule für Kinder hat sich für mich gut angehört. Dort lernen die Kinder täglich ein paar Stunden allerlei übers Draußen leben, unter anderem, wie man Fische fängt oder Feuer macht.

Getnö Gard

Getnö Gard

Seit wir wieder zuhause sind, durchforste ich also übrigens unsere Kalender auf der Suche nach zwei Wochen, die wir in einem der Häuschen von Getnö Gard verbringen könnten.

 

Noch mehr Natur: Kosta Safaripark

Kennt ihr Wisente? Ich habe ja wieder etwas gelernt: Ein Wisent ist ein europäischer Bison. Diese Tierrasse war vom Aussterben bedroht, existiert aber heute dank einiger Zootiere und dann ausgewilderter Herden noch. Drei dieser seltenen Tiere leben im Kosta Safaripark.

Kosta Safaripark

Der Park ist erst im Mai 2018 eröffnet worden und umfasst 180 Hektar oder 400 Fußballfelder. Insgesamt leben dort rund 300 Tiere. Neben den Wisenten auch Wildschweine, Dammwild, Rotwild und Mufflons. Wir hatten unheimlich Glück und konnten die Bisons treffen – sogar mit ihrem Nachwuchs zusammen.

Kosta Safaripark

Durch den Park kann man mit dem eigenen Auto fahren oder sich auch mit einem Guide zusammen per Fahrrad durchbewegen. Die Schweden nennen den Park „Dschungel“, es ist ein dichter Wald, durch den der Track hindurchführt. Gleich hinter dem Eingang findet normalerweise die Fütterung der Tiere statt. Wir waren zufällig zur richtigen Zeit dort und konnten uns ein Schaulaufen der Tiere anschauen.

Kosta Safaripark

Kosta Safaripark

Kosta Safaripark

Die Tour durch den Park dauert mit dem Auto rund eine Stunde, je nachdem, wie lange man die Tiere anschauen möchte. Der Park ist von 10.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Tickets kosten 100 SEK pro Erwachsenen, 75 SEK für Kinder über vier Jahren, das Auto 100 SEK.

 

Kosta, Teil 2: Eine der letzten Glasmanufakturen Smålands

Kosta ist vor allem bekannt für seine große Glasmanufaktur Kosta Boda. 1742 wurde sie als erste Glashütte Smålands eröffnet. Heute sind dort 90 Menschen beschäftigt. Die Glashütte kann besichtigt werden und ist sicher eine der Hauptattraktionen für Touristen in dieser Ecke. Ich liebe solche Führungen durch Unternehmen ja, wo man Einblicke bekommt in die Produktion, sieht, wie die Menschen arbeiten und das Produkt von seinem Anfang bis zur Fertigsstellung verfolgen kann.

Kosta Boda Glasreich Glashütte

Das Glasreich solltet ihr euch unbedingt anschauen, wenn ihr mal dort seid. Unsere Tour startete in der Art Gallery, dort gibt es die Tickets. Wir haben dann in den Brennofen geschaut, Glaskünstler bei der Arbeit gesehen, die Herstellung klassischer Gläser angeschaut – an der Herstellung von einem Glas sind übrigens 17 Personen beteiligt – wir durften ins Atelier des Grand Maitre schauen, der die Designs macht, und auch einen Blick auf ganz eigenwillige Sonderanfertigungen werfen.

Höhepunkt war natürlich zum Schluss der Moment, als wir unser eigenes Glas blasen durften.

Falls ihr auch eine Führung machen möchtet (und das würde ich empfehlen), könnt ihr vorher dort anrufen oder hinmailen +46 (0)478 345 29 oder info@kostaboda.se. Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Kosta Boda Glasreich Glashütte

 

Wald, Wiesen und ein gelbes Häuschen

Und immer, wenn wir nicht unterwegs waren, sind wir durch die Wälder gelaufen. Oder am See entlang. Oder saßen einfach auf der Veranda unseres gelben Häuschens, während die Kids über die Wiese getobt sind.

Diese småländische Natur hatte wie schon gesagt auf unsere Kids eine krass harmonisierende Wirkung. Ich konnte es gar nicht glauben: Die zwei Streithähne sind tatsächlich Hand-in-Hand durch den Wald spaziert.

Die Abende in unserem gelben Haus, wo es übrigens WLAN nur auf der Terrasse gab, sahen eigentlich meist so aus: Wir in dicken Ledersesseln, Buch in der Hand und leise Musik an. Und dann sind wir früh schlafen gegangen. Der helle Wahnsinn, oder?

Smaland mit Kindern

Das Haus hatten wir übrigens über Svevilla bekommen, einen familiengeführten Anbieter von Ferienwohnungen und -häusern in Schweden.

So – und jetzt ihr. Wann fahrt ihr los und schaut euch Småland an? Oder seid ihr schon dort gewesen? Dann schreibt mir doch eure Tipps auf in den Kommentaren!

Bei dieser Reise haben wir mit Småland Tourismus und Destination Småland zusammengearbeitet, den wir viele Tipps verdanken. Meine Meinung hat das nicht beeinflusst und meine Begeisterung ist echt. Fahrt hin, dann seht ihr, was ich meine ;-)

 

Zu Teil 1 unseres Småland-Trips bitte hier lang.

Den kompletten dreiwöchigen Roadtrip gibt’s hier.

Noch mehr Småland mit Kindern? Dann schaut mal bei meinen Bloggerfreunden vorbei – da gibt’ s noch ganz viele tolle Tipps:

58 Grad Nord, Jäger des verlorenen Schmatzes, Meehr Erleben, Mrs Berry, Planet Hibbel, Unterwegs mit Kind, Weltwunderer

 

Ich freue mich, wenn du diesen Beitrag teilst!

6 Antworten

  1. Jenny

    Mal wieder eine ganz neue Seite von Smaland – da müssen wir wohl (guten Gewissens) nochmal hinfahren! (Und: Wisente kann man übrigens auch in Deutschland sehen; auf Usedom leben die ebenfalls geschützt in einem Wildpark.)

    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Sandra, Destination Åsnen

    Sehr schöner Blogpost! Ingrid auf Getnö ist wirklich eine wunderbare Botschaftin für Åsnen und die Natur! Wir hätten nur Zwei kleine Kommentare zu Ihrem Text: Åsnen hat eine große Anzahl an Naturschutzgebiete, aber nur einen neu ausgerufenen Nationalpark; Åsnens Nationalpark :) Und im Abschnitt über Kosta haben Sie im Titel “Kosta Nationalpark” geschrieben, müsste aber eigentlich Kosta Safaripark sein, da es in Kosta keinen Nationalpark gibt. Ansonsten, sehr, sehr schöner Text und wunderbare Fotos! Hier liegt jetzt Schnee und man wünscht sich fast, dass es wieder Sommer wäre. Vielen Dank auch für die Verlinkung! Habe gesehen, dass wir den deutschen Text nicht aktualisiert haben – das machen wir jetzt sofort! :)

    • Stefanie

      Danke schön! Auch für den Hinweis, ist schon korrigiert. Asnen im Winter stelle ich mir auch schön vor, wenn auf allem eine Schneedecke liegt. Ich glaube, ich bin echt infiziert … ;-) LG Stefanie

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