Auf Nimmerwiedersehen 2017! Ein Jahresrückblick mehr aufs Leben als aufs Reisen

Eingetragen bei: Souvenirs | 4

Über 2016 hatte ich schon gemeckert, weil es uns neben viel Schönem leider eine Menge heftige Momente beschert hat. Wie hatte ich im Rückblick vor einem Jahr geschrieben? „Aber als alte Optimistin glaube ich fest daran, dass auch das neue Jahr viele viele schöne (Reise-)Momente für uns parat halten wird.“

Tja. Eine alte Optimistin bin ich immer noch. 2017 hätte aber echt das Zeug dazu gehabt, mir dieses Positiv-Sein auszutreiben. Hat es aber nicht geschafft, so viel steht fest und das will ich hier gleich vorausschicken, damit ihr jetzt nicht erschreckt nach so einem Textbeginn.

 

Dabei ging alles eigentlich ganz gut los

Im Januar waren wir eine Woche im wunderschönen Zeeland. Meer, Strand und vor allem auch die Örtchen und die Landschaft hinter den Deichen haben uns begeistert. Durchatmen! hieß damals die Überschrift über meinem Blogpost. Und genau das war diese Reise auch. Eine Verschnaufpause mit viel frischer Meeresluft, die wir alle vier genossen haben.

Zeeland im Winter mit Kindern Domburg Strand

Noch mehr Durchatmen gab es dann gleich im Februar, diesmal aber in den Bergen. Wir durften in die Dolomiten, genauer: An den Kronplatz. Die Gegend um Bruneck bietet neben guten Skigebieten auch eine Menge Sehens- und Erlebenswertes. Lecker Essen inklusive. Südtirol halt. Mein Highlight war jeden Tag wieder der Blick auf die wirklich fantastischen Berggipfel rundum.

Kronplatz Skifahren mit Kindern

Diese zwei Reisen in die Winternatur mit viel frischer klarer Luft haben uns wunderbar runderneuert. Ich hatte danach die Kraft, die ich gebraucht habe in den nächsten Monaten.

 

Was 2016 begonnen hatte …

… nahm nämlich 2017 mit immer neuen Hiobsbotschaften schlimme Fahrt auf: Mein Vater war mit einer vermeintlich simplen Lungenentzündung im Herbst 2016 ins Krankenhaus gekommen und erlitt seitdem einen Rückfall nach dem anderen. Unsere ganze Familie war auf einmal auf einer Achterbahn mit immer neuen Wendungen. Dabei war mein Vater zu bewundern: Ich kann mir kaum vorstellen, dass man eine so schlimme Odysee durch zahllose Intensivstationen mit mehr Geduld, mehr Langmut und mehr Optimismus durchstehen kann als er es tat. Selbst in den schwersten Momenten hat er noch gelächelt und freundliche Worte für die Pfleger und Ärzte gefunden.

Für meine Mutter und mich war diese Zeit des Hoffens und Bangens über Monate quälend. Seine Krankheit hat unsere Leben komplett bestimmt und natürlich ihre Spuren hinterlassen. Meine Tage bestanden nur aus Arbeit (im neuen Job), den Besuchen bei meinem Vater und den darauffolgenden Telefongesprächen mit meiner Mutter. Nebenbei hatten wir noch mit den Nachwehen unseres Umzugs zu tun (ich sag nur: Neubau). Kinder und Mann blieben mehr oder weniger sich selber überlassen. Über Monate. Im April schließlich wurde mein Vater – mit den denkbar pessimistischsten Prognosen der Ärzte – in die Pflege entlassen.

Sagte ich, dass ich eine alte Optimistin bin? Ich habe über all die Wochen niemals die Hoffnung aufgegeben, dass er sich wieder berappelt und nach Hause kann. Auch mein Vater hat fest daran geglaubt und schon wieder Pläne gemacht für diese Zeit. Körperlich war er nur noch die Hälfte oder ein Drittel seines alten Ichs, in Kopf und Herz ist stets er selbst geblieben.

 

Aufatmen zwischendurch

Als wir im Juni dann mit meiner Clique – einem Haufen Freunde aus der Schulzeit und inzwischen noch einem größeren Haufen Kinder – eine Woche in die Toskana gefahren sind, hat mein Vater sich alles genau schildern lassen und uns diese kleine Flucht ins Schöne und Warme von ganzem Herzen gegönnt. Und es war schön, und wie! Wir waren in der Nähe von Siena, auf einem Landgut in Asciano. Stellt euch alte superschöne Gemäuer auf einem Hügel vor, überall Bäume, Büsche und Blumen, einen großen Pool – und einen Blick in die umliegende Toskana-Landschaft.

Toskana mit Kindern

 

Unseren Mädels-Trip ins Allgäu Ende Juli mussten wir allerdings kürzen, weil ein neuer Rückfall meinen Vater wieder ins Krankenhaus katapultiert hat. Ich hatte meiner Kiddy 1 – nach schon zwei Reisen allein mit ihrem kleinen Bruder in den letzten Jahren – aber so fest versprochen, auch mit mal ihr ein paar Tage wegzufahren, dass ich die Reise nicht komplett absagen wollte. So blieben uns immerhin drei Tage zusammen inmitten des einfach immer so wunderschönen Allgäus. Drei Tage vollgepackt mit Berg-Action, vom Pferdetrecking bis zum Kletterabenteuer.

Königscard Test

 

Als wir zurückkamen, war mein Vater auch wieder raus aus dem Krankenhaus und ganz guten Mutes, nun mit großen Schritten weiter gesund zu werden.

So sind wir Mitte August zu unserer dreiwöchigen Reise nach Schweden aufgebrochen. Mit einem sehr netten Zwischenstopp in Bremen.

 

Und dann war auf einmal alles anders

Wir standen mitten im Bremer Schnoor-Viertel, als mein Handy geklingelt hat. Mein Vater hatte erneut einen Rückfall, den der Arzt dieses Mal als sehr schwer bezeichnet hat. Es ist schon seltsam, wie sich alles um einen herum in Bruchteilen von Sekunden verändern kann. Gerade freust du dich noch am Trubel und lautem Lachen, eine Minute später kommt dir dieselbe Szenerie bizarr, fremd und falsch vor.

Mein Vater ist am nächsten Tag im Krankenhaus gestorben. Ich weiß nicht, ob man je über so etwas hinweg kommt. Ich bin leider inzwischen in einem Alter, in dem viele meiner Freunde Vater und/oder Mutter verloren haben. Auch wenn jeder dieser Freunde anders mit Trauer umgeht, so sagen alle, dass sie diese Traurigkeit nie mehr ganz losgeworden sind. Wenn du Kinder hast, einen Job und all die vielen High- und Lowlights, die unser so Leben ausmachen, dann holt dich der Alltag zwar schnell ein. Mir hilft das.

Komme ich aber einmal kurz zur Ruhe, ist es wieder da. Dieses surreale Gefühl, dass jemand nicht mehr ist, der mein ganzes Leben immer da war. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Vater war immer da. Für mich, für seine Familie. Mit ihm habe ich DEN starken Menschen in meinem Leben verloren. Das fühlt sich manchmal so an, als ob man nur noch nackt und bloß durchs Leben geht. Ich bin nicht religiös, aber trotzdem – oder deshalb? – halte ich mich an dem Bild fest, das mein kleiner Kiddo 1 auf der Rückfahrt von Bremen noch im Auto entworfen hat: Wie mein Vater frei von allen Schmerzen auf der schönsten Wolke am Himmel sitzt, endlich wieder sein geliebtes Keyboard spielen kann und von oben auf uns aufpasst.

 

Ich habe mich bemüht, möglichst schnell wieder Tritt zu fassen, auch um den Alltag mit den Kids – der echt nach diesem ganzen schrecklichen Jahr auf den Fluren der Krankenhäuser aus den Fugen war – wieder ins Lot zu bekommen. Das beste Mittel, zurück zur Mitte zu finden, sind für mich Reisen. Und so sind wir, Kiddo 1 und ich, in den Herbstferien nach Teneriffa geflogen.

Und vielleicht stimmt es ja tatsächlich, dass wir jetzt einen guten Draht nach oben haben? Vielleicht war es auch nur Zufall, aber unser Trip begann gleich mit einem fantastischen Upgrade im Hotel, das uns eine Suite mit einer 80 Quadratmeter großen Terrasse über dem Meer und jeden Abend einen unverstellten Blick in den Sonnenuntergang beschert hat. Diese kleine Auszeit, unser Novembersommer, hat mir tatsächlich ein bisschen Kraft zurückgegeben.

 

Und dann sind da noch unsere beiden neuen Familienmitglieder, die direkt nach diesem Kurztrip bei uns eingezogen sind. Achtung, #catcontent. Vielleicht klingt es komisch, aber die zwei Kitties tun unserer ganzen Familie unheimlich gut und bringen Entspannung rein. Ich bin noch dabei, das zu verstehen ;-)

Katzen_familyescapes

 

Und jetzt auf Nimmerwiedersehen 2017!

Jetzt ist dieses 2017 fast vorbei. Und ich mache einen ganz ganz dicken Strich darunter. Wohlwissend, dass es keine Garantie dafür gibt, dass 2018 besser wird. Denn in diesem 2017 habe nicht nur ich einen wichtigen Menschen verloren. Auch um mich herum waren gleich mehrere Freunde und Bekannte mit dem Tod in der Familie konfrontiert. Mir kommt es so vor, als ob dieses Jahr ganz merkwürdig von solchen Verlusten geprägt war. Vielleicht bleibt das jetzt so?

Für mich rückt die 50 langsam in Sichtweite (auch wenn ich das absolut nicht wahrhaben will) und damit die Tatsache, dass die eigenen Eltern alt werden und irgendwann sterben. Ich weiß noch absolut nicht, wie ich diesen Gedanken an das eigene Älterwerden finde. Im Moment einfach nur bizarr.

In den wenigen ruhigen Momenten, die ich so im Leben habe, denke ich über dieses Thema nach. Bislang ohne Ergebnis. Glücklicherweise sind einige Reisen in Sicht. Für mich die beste Gelegenheit, den Kopf klar zu bekommen. Vielleicht krieg ich ja schon nächste Woche ein paar Pflöcke in meinen Gedankenwirrwarr …

Denn schon ganz bald dürfen wir in ein kleines Cottage am Meer. Ich hoffe auf ausgedehnte Strandspaziergänge, viel salzige Luft und Abende am Kamin. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auf Instagram in den Stories mitkommen.

Im Februar tanken wir nochmehr Frischluft, wie immer aber auf dem Berg, diesmal im Stubaital. Und weiter geplant sind Trips nach Berlin zur ITB, nach Paris, Schweden und hoffentlich auch in den Süden zu Pinien und Sand. Die Kids wünschen sich beide unbedingt eine eigene Reise nur mit Mama. Und dazu muss ich nicht lange überredet werden.

Ich hoffe, ihr seid bei allem wieder dabei und sage ganz doll danke dafür, dass ihr hier vorbeischaut, kommentiert und mir auf Facebook & Co. folgt. Neben dem Reisen an sich, sind es dieser Happy Place, der Blog, das Schreiben und der Austausch mit anderen Reiselustigen, die in schwierigen Lebenssituationen helfen und Kraft geben. Das habe ich 2017 mehr als sonst gemerkt. DANKE an euch dafür, dass ihr da seid! Ich wünsche euch ein wunderbares 2018!

 

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4 Antworten

  1. Hallo Stefanie, das war ja wirklich ein sehr emotionales Jahr für dich. Mein herzliches Beileid nochmal (wir hatten schon auf Instagram geschrieben). Ich befürchte auch, dass wir langsam in ein Alter kommen, in dem der Tod immer allgegenwärtiger wird. Aber leider gehört der Tod halt zum Leben dazu, und wir müssen uns irgendwie damit arrangieren. Ich wünsche dir, dass dir dein Optimismus erhalten bleibt, ein glückliches und gesundes Jahr 2018 mit vielen schönen Reisen und keinen Katastrophen. Und ich freue mich auf zukünftige Blogposts. Schön, dass ihr vorhabt, eure Reise nach Schweden dieses Jahr nachzuholen.
    LG
    Anita

    • Liebe Anita, danke dir für deinen netten Kommentar! Ich fürchte auch, dass wir uns arrangieren müssen – irgendwie. Ich arbeite noch daran. Aber wie gesagt, dieser Blog, das Reisen und vor allem so supernette Leser/innen helfen enorm 😊 Für dich auch ein ganz schönes 2018 mit vielen tollen Erlebnissen! VlG Stefanie

  2. Alles Gute für 2018, liebe Stefanie! Den Tod Deines Vaters habe ich ja mitbekommen und auch dank diverser Social-Media-Posts gesehen, dass Du an verschiedenen Stellen wieder etwas Kraft schöpfen konntest – das ist gut so. Die Sorge um alte und kränkelnde Eltern nimmt uns niemand ab – und wie Du sagst: Bei Freunden im gleichen Alter trifft man oft auf ähnliche Probleme; nicht selten auf noch schlimmere. Aber willst Du wirklich behaupten, dass die 50 für Dich in die Nähe rückt? Glaub ich nicht! Für mich war es dieses Jahr so weit – fand ich zwar gar nicht so unkompliziert, aber irgendwie auch interessant.
    Bis bald hoffentlich und einen guten Rutsch!
    Maria

    • Danke dir, liebe Maria! Für dich auch ein wunderschönes 2018! Ja, deinen Post über die 50 habe ich gelesen und konnte ziemlich viel nachvollziehen. Ich habe zwar noch etwas Zeit bis dahin, bin aber inzwischen ständig auf 50er-Parties im Freundeskreis, so dass es mir vorkommt, als ob ich gleich morgen auch dran bin :-) Ich freue mich auf Berlin, wenn wir uns hoffentlich wiedersehen spätestens! LG Stefanie

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